Vorhersehbare und nicht vorhersehbare Ausfälle
Gegenüber den Vorjahren sind im Jahr 2025 die ausgefallenen Zugkilometer weiter gestiegen. Waren es im Jahr 2024 noch 20,6 Mio. ausgefallene Zkm. stieg dieser Wert leicht auf 21 Mio. im Jahr 2025.
Hohe Bautätigkeiten und infrastrukturelle Schäden haben die vorhersehbaren Ausfälle verglichen mit dem Vorjahr weiter um 0,5 Mio. Zkm. auf 12,1 Mio. Zkm. im Jahr 2025 steigen lassen.
Die nicht vorhersehbaren Ausfälle verringern sich seit zwei Jahren und liegen im Jahr 2025 bei 4,6 Mio. Zkm. Sie sind gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Mio. Zkm. gesunken.
Im Jahr 2025 sind im Rahmen abgestimmter personal- und fahrzeugbedingter Ausfälle vermehrt Leistungen zwischen Besteller und EVU abgestimmt reduziert worden. Als Resultat sind die nicht vorhersehbaren Ausfälle gefallen. Durch die Reduktion soll der Betrieb für den Kunden verlässlicher und planbarer verlaufen. Der Wert bei diesen geplanten Ausfällen liegt bei 4,3 Mio. Zkm und ist gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Mio Zkm. gestiegen.
Vorhersehbare Ausfälle
Vor allem die hohe Anzahl an Baumaßnahmen führen im Jahr 2025 zu vorhersehbaren Ausfällen. Außerdem haben betriebliche als auch infrastrukturelle Störungen, welche länger andauern, die vorhersehbaren Ausfälle beeinflusst.
Die Linien RB 92 mit 83,3 %, RB 35 mit 51,1 %, RE 47 mit 47,8 %, RB 46 mit 34,8 % sowie RB 54 mit 33,7 % weisen nacheinander geordnet im Jahr 2025 die höchsten Ausfallquoten auf.
Hintergründe je Linie
RB 92
Aufgrund Asbestbefunde bei einer Brückensanierung wurde der Verkehr bei der Linie RB 92 im Frühjahr 2025 komplett eingestellt. Die Einstellung des Verkehrs wird über den Fahrplanwechsel im Dezember 2025 hinaus noch gelten.
RB 35
Durch den Umbau des Duisburger Hauptbahnhofs kam es bei der Linie RB 35 zu einer lokalen Einstellung bzw. Linienkürzung des Linienbetriebs.
RE 47
Die Linie RE 47 wurde neben dem Fahrzeugmangel (hier: abgestimmte personal- und fahrzeugbedingte Ausfälle) durch Baumaßnahmen im Bereich zwischen Düsseldorf und Solingen beeinträchtig. Daher ist die Linie RE 47 durch beide Ausfallarten komplett das gesamte Jahr im SPNV ausgefallen.
RB 46
Infrastrukturelle Störungen als auch eine starke Auslastung auf der Strecke zwischen Bochum und Gelsenkirchen führen bei der Linie RB 46 zu einer höheren Ausfallquote.
RB 54
Auf dem Streckenabschnitt der Linie RB 54 zwischen Unna und Fröndenberg gibt es weiterhin die Totalsperrung aufgrund eines Schadens am Bahndamm (Dachsbau). Außerdem hat es im Mai und Juni Baumaßnahmen zwischen Fröndenberg und Neuenrade sowie Baumaßnahmen im September zwischen Menden und Neuenrade gegeben.
Zuverlässigkeit
Die Zuverlässigkeitsquote aller erhobenen Linien liegt im Jahr 2025 im Durschnitt bei 96,0 % und wächst seit ihrem Tiefpunkt im Jahr 2023 weiter. Lag die Zuverlässigkeit im Jahr 2024 noch bei 94,5 %, ist sie im Jahr 2025 um 1,5 Prozentpunkte gestiegen.
Nicht vorhersehbare Ausfälle
Vor allem von kurzfristigen betrieblichen als auch infrastrukturellen Störungen sind eine Vielzahl von Linien im Jahr 2025 im Rahmen von nicht vorhersehbaren Ausfällen betroffen gewesen. Außerdem haben vorzeitige Wenden durch Verspätungen zu nicht vorhersehbaren Ausfällen auf einem Streckenabschnitt geführt.
Die Linien RE 10 mit 84,4 %, RE 49 mit 89,2 %, RB 31 mit 91,9 %, S 11 mit 92,8 % sowie RB 25 mit 93,0 % weisen nacheinander geordnet im Jahr 2025 eine der niedrigsten Zuverlässigkeitsquoten auf.
Hintergründe je Linie
RE 10
Bei der Linie RE 10 hat es viele Fahrzeug- und Infrastrukturstörungen gegeben, was die Zuverlässigkeit verringerte.
RE 49
Auf dem Südast der Linie RE 49 zwischen Essen und Wuppertal gibt es des Öfteren eine Infrastrukturstörung, welche den Betrieb so weit stört, dass der Zug auf dieser Strecke ganz ausfallen muss.
RB 31
Die Linie RB 31 ist aufgrund infrastruktureller Probleme und Mangel an ihren Fahrzeugen ausgefallen.
S 11
Die nach wie vor recht hohe Ausfallquote der Linie S 11 ist auf Probleme der Infrastruktur zurückzuführen.
RB 25
Die Pünktlichkeit der RB 25 wird negativ beeinflusst durch die Kurzwende in Köln am Hansaring. Dies führt zu einer Verspätungsübertragung auf die Gegenrichtung ins Oberbergische. Durch viele Eingleisigkeiten kann es dadurch wiederum zu vorzeitigen Wenden kommen, was zu Teilausfälle auf dieser Linie führt.
Abgestimmte personal- und fahrzeugbedingte Ausfälle
Die Ausfälle werden in die drei Kategorien vorhersehbare, nicht vorhersehbare sowie personal- und fahrzeugbedingte Ausfälle aufgeteilt. Mit der Einführung des Aktionsprogramms im Jahr 2025 sind die meisten Ausfälle der Kategorie „personal- und fahrzeugbedingter Ausfälle“ dem Aktionsprogramm „Personal für mehr Zuverlässigkeit im Betrieb“ zuzuordnen.
Das Aktionsprogramm „Personal für mehr Zuverlässigkeit im Betrieb" ist eingeführt worden, um auf den anhaltenden Mangel an Triebfahrzeugführern zu reagieren. Bei besonders betroffenen Linien oder Netzen ist das Fahrplanangebot vorübergehend so reduziert worden, dass die verbleibenden Fahrten stabil und zuverlässig gefahren werden können.
Als Resultat soll das Zugfahren für den Fahrgast wieder planbar werden, da spontan auftretende Ausfälle minimiert werden.
Ursachen kurzfristiger Ausfälle
Die Statistik sagt aus, dass die nicht vorhersehbaren Ausfälle weiter von 5,5 % im Jahr 2024 auf 4,0 % im Jahr 2025 gesunken sind.
Die nicht vorhersehbaren Ausfälle werden aufgrund ihrer Ursachen in sieben Unterkategorien eingeteilt. Die Auswertung basiert auf ca. 100 Linien.
Hierbei ist zu erkennen, in welchen Themengebieten Handlungsbedarf besteht. Einige Beispiele für Störungskategorien sind in der Informationsbox aufgelistet.
Beeinflussung durch andere EVU
- Behinderungen durch liegengebliebene oder verspätete Regionalverkehre
- Behinderungen durch Züge des Fernverkehrs (z.B. ICE, IC oder Flixtrain)
- Behinderungen durch Züge des Güterverkehrs
Betriebsablauf
- Verspätungen aus vorherigen Fahrten
- vorzeitige Wenden
- Störungen beim Flügeln / Kuppeln
Externe Einflüsse
- witterungsbedingte Störungen / Unwetter
- Tiere oder Gegenstände im Gleis
- polizeiliche Ermittlungen
- Vandalismus
Fahrzeug und Wagen
- fahrzeugbedingte Störungen
Infrastruktur
- infrastrukturbedingte Störungen (z.B. an Stellwerken oder Bahnübergängen)
- unbesetzte Stellwerke
Personal
- genereller Personalmangel
- verspätetes Personal, kurzfristiger Personalausfall
- Verfehlungen des Personals
Sonstiges
- sonstige Gründe
- Streik
Die nicht vorhersehbare Ausfälle sind gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Mio. Zkm. gesunken. Dargestellt werden die sieben Ausfallursachen, welche zu nicht vorhersehbaren Ausfällen führen: Die Rubrik „Infrastruktur“ hat die meisten Zuwächse gegenüber dem Vorjahr.
Außerdem ist zu beobachten, dass es wegen Störungen im Betriebsablauf zu gestiegenen Ausfällen gekommen ist. Da Störungen im Betriebsablauf auch oft im Zusammenhang mit infrastrukturellen Mängeln stehen, treten hier häufig negative Wechselwirkungen beider Störarten auf.
Der Wert der Rubrik „Sonstiges“ ist stark gefallen. Im Jahr 2024 haben Streiks, welche zu der Rubrik „Sonstiges“ zugeordnet sind, die Ausfälle steigen lassen.
Im Jahr 2025 gab es keine Streiks im SPNV in NRW. Daher ging der Wert zurück. Besonders positiv ist festzustellen, dass die kurzfristigen personalbedingten Ausfälle deutlich reduziert werden konnten.
Bildnachweis Foto: Smilla Dankert · © Nahverkehr Westfalen-Lippe